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Kinderfüße und -schuhe unter der Lupe

ArtikelbildBabys kommen in der Regel mit gesunden Füßen auf die Welt. Studien haben gezeigt, dass schon im Kindergarten nur noch circa 20 Prozent der Kinderfüße einen normalen Zehenstand haben. Wie es dazu kommen kann und wie Sie dies als Eltern erkennen, beziehungsweise verhindern können, möchten wir Ihnen zeigen.

Allgemeines zum Fuß

Nimmt man alle Schritte eines Menschen in seinem Leben zusammen, so läuft er im Durchschnitt 4 bis 5 mal um die Welt.
Leider haben nur 40 Prozent der gerade erwachsen gewordenen Menschen gesunde Füße, obwohl circa 98 Prozent der Menschen mit gesunden Füßen auf die Welt kommen.
Der Fuß besteht aus 28 Einzelknochen und 107 Sehnen. Dieses komplexe Gebilde aus Sehnen, Knochen und Muskeln ist für die Federung beim Laufen zuständig. Die Entwicklung zu der endgültigen Form und Festigkeit des Fußes ist erst mit circa 16 Jahren abgeschlossen.
Darum ist es besonders wichtig, schon bei Kinderfüßen auf gutes Schuhwerk, eine richtige Pflege und eine Stärkung der Fußmuskulatur zu achten.

Schuhe für die Kleinen

Grundsätzlich gilt, ein Kinderfuß der noch nicht richtig läuft, braucht noch keinen Schuh. Wenn ihr Kind noch krabbelt oder gerade die ersten Schritte macht, ist es nicht wichtig dem Kind Schuhe anzuziehen. Diese können in dem Entwicklungsstadium eher schaden, denn der Fuß muss nicht gestützt werden(wie so viele Eltern glauben), das soll und muss die Muskulatur übernehmen. Denn so wird die Fußmuskulatur nicht richtig ausgebildet, wenn sich der Baby-/Kinderfuß schon so früh an eine Stütze, des Schuhs, gewöhnt.
Damit die Kleinen keine kalten Füße bekommen, empfiehlt es sich, schöne große und warme Socken an zu ziehen. Für Babys, die anfangen zu laufen und auch für Kinder, die schon laufen gibt es die Antirutschsocken. Diese haben den Vorteil, dass die Füße schön warm bleiben und das Kind nicht ausrutscht. Der Fuß hat genug Platz, um sich zu entfalten, zu stärken und zu kräftigen.
Somit sind die Antirutschsocken der beste Start für jeden Kinderfuß und auch später die besten Hausschuhe. 
Achten Sie auf jeden Fall beim Schuhkauf, für Ihren Nachwuchs, auf die richtige Größe. Dabei reicht es nicht aus, den Daumentest zu machen(mit dem Daumen auf den Schuh drücken, um zu fühlen ob der längste Zeh noch Platz hat). Kinder ziehen instinktiv die Zehen ein, wenn Druck von oben kommt. Später machen sie es dann bewusst, wenn ihnen der Schuh gefällt.
Bundesweiten Studien zufolge, trägt fast jedes 3. Kind zu kleine Schuhe.
Es ist wichtig, dass Sie circa alle 3 Monate die Füße ihres Kindes auf dessen Größe überprüfen. Denn Kinderfüße wachsen schubweise, bis zu 3 Größen im Jahr. Da kann es dann sehr schnell passieren, dass der Schuh zu klein geworden ist. Da die Füße der Kleinen noch formbar und ziemlich schmerzunempfindlich sind, sagen und merken die Kinder nicht, wenn der Schuh zu klein ist. Wenn sich Hornhaut an den Füßen der Kinder bildet, dann ist in fast jeden Fall etwas nicht mit den Schuhen nicht in Ordnung. Kinder neigen in der Regel nicht zur Hornhautbildung. Die Hornhautbildung setzt, in der Regel, erst in der Pubertät ein. Überprüfen Sie die Füße und die Schuhe Ihrer Kinder, wenn Sie Hornhaut an den Füßen bemerken.

Die richtige Größe der Schuhe

In guten Schuhgeschäften gibt es Messinstrumente für Kinderfüße, nutzen Sie diese, oder Sie machen sich, mit einem recht einfachen Trick, eine eigene Maßeinheit. Stellen Sie die Füße Ihres Kindes auf eine weiche Pappe und ziehen die Umrisse der Füße nach. Danach zeichnen Sie von der längsten Zehe(das muss nicht immer der Großzeh sein) einen 12 Millimeter senkrechten, geraden Strich nach vorne und verbinden diesen dann mit den beiden Fußaußenkanten. Dann einfach ausschneiden. Beim Schuhkauf sollte die Einlage bequem in den Schuh passen und sich auch wieder bequem herausnehmen lassen. Nach oben hin muss der Fuß genügend Platz haben. Lassen Sie Ihr Kind ein paarmal auf und ab laufen. Wenn das Kind nicht stolpert oder extrem komisch läuft, passt der Schuh.
Wichtig ist noch zu erwähnen, Kinderschuhe brauchen kein Fußbett. Der Kinderfuß soll sich alleine stabilisieren und die Muskulatur stärken. Besser ist eine weiche Einlegesohle oder schon eine weiche Innensohle im Schuh. Das hilft dem Fuß ihres Kindes Stöße nicht alleine auffangen zu müssen. Achten Sie beim Kauf weiterhin darauf, dass der Schuh sehr leicht ist, je leichter ein Schuh, umso mehr freut sich die Wirbelsäule und die Gelenke Ihres Kindes.
Kinderfüße neigen gerne zur Schweißfußbildung. Also Finger weg von Plastikschuhen, Gummistiefel oder die modischen Gummiklocks, auch wenn sie noch so niedlich aussehen.

Die richtige Pflege für die kleinen Füße

Achten Sie einfach auf eine gute Hygiene. Das täglich Socken wechseln, sollte auch bei den Kindern schon eine Selbstverständlichkeit sein. Achten sie hier auf Socken, die einen Anteil von100 Prozent Baumwolle enthalten, damit es auch hier nicht zur Schweißfüßen kommt.
Sonst brauchen die Kinder noch keine aufwendige Pflege. Nur ein wenig Nägel schneiden. Dabei sollten Sie beachten, dass Sie die Fußnägel Ihres Kindes nicht zu kurz schneiden. Bei zu kurz geschnittenen Fußnägeln können sich die Nagelränder oder das Nagelbett schmerzhaft entzünden. Weiterhin sollten Sie auf keinen Fall die Nagelecken herausschneiden, das führt unweigerlich zu eingewachsenen Nägeln und in der Zukunft kann sich das Nagelbett so stark verändern, dass Ihr erwachsenes Kind, dann nicht mehr um eine Nageloperation herumkommt.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie die Nägel Ihres Kindes schneiden sollen, gut geschulte Fußpfleger geben Ihnen bestimmt gerne Auskunft.

Fußgymnastik für den Kinderfuß

Die Fußgymnastik ist besonders wichtig. So beugen Sie Deformitäten an den Füßen Ihres Kindes vor. Die Muskulatur und Sehnen der Füße und Beine werden aufgebaut und gestärkt.
Um Spätfolgen zu vermeiden, fangen Sie schon im Säuglingsalter mit der Gymnastik an. Auch zu diesem frühen Zeitpunkt können Sie den Füßen Ihres Kindes helfen. So können Sie zum Beispiel beim oder nach dem Wickeln die Füße langsam nach vorne strecken und anschließend den ganzen Fuß zu dem Kind hinbeugen, vorsichtig mit wenig Kraft. Diese Übung steigert schon in so frühen Jahren die Streck- und Beugemuskulatur ihres Babys. Wenn das Kind dann langsam läuft, machen sie oft es geht spielerische Fußgymnastik mit ihnen zusammen. Das hilft nicht nur Ihrem Kind, sondern tut Ihren eigenen Füßen und Beinen auch gut.
Wenn das Kind alt genug ist, steigert ein kleines Trambolin die Muskulatur, schult das Gleichgewicht, die Gelenke und die Wirbelsäule freuen sich. Ihr Kind wird daran bestimmt Freude finden. Wer ist denn als Kind nicht gern herum gesprungen und getollt.
Nachfolgend möchten wir Ihnen ein paar Anregungen zur gemeinsamen, spielerischen Fußgymnastik geben.

    • Setzen Sie sich auf ein Bett oder Stuhl. Die Beine schweben über den Boden. Dann lassen Sie die Füße sehr langsam kreisen/rotieren. Mehrmals wiederholen.
    • Stellen Sie sich mit Ihrem Kind auf die Zehenspitzen und greifen in die Luft und recken sich. 3 bis 4 mal wiederholen.
    • Stellen sie sich mit Ihrem Kind auf die Fersen. An den Händen festhalten und langsam bis 5 oder 10 zählen. Danach entspannen und schütteln die Füße aus.
    • Setzen Sie sich gegenüber und drücken bei ausgestreckten Beinen die Füße aneinander.
    • Legen Sie kleine Teile auf den Boden, zum Beispiel Socken, Stifte, Stofftiere oder/und andere kleine, leichte Teile(da sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt) und versuchen Sie und Ihr Kind, diese mit den Zehen aufzuheben. Hier läßt sich auch prima ein kleiner Wettbewerb aufstellen. Wer zum Beispiel die meisten Teile aufgesammelt hat, darf sich etwas wünschen. Macht beiden Spaß und Sie werden schnell merken, dass es in der Regel recht schwer ist, nicht immer zu verlieren.

Sollte Ihr Kind schon älter sein, für Gymnastik, Bewegung und eine Fußgymnastik ist es nie zu spät.

Foto/s: pixelio.de

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