Ursachen für die veränderten Hautbedürfnisse im Winter
Die Haut ist im Winter einigen Strapazen ausgesetzt. In Räumen herrscht zumeist eine trockene Heizungsluft. Diese entzieht der Haut extrem viel Feuchtigkeit. Draußen herrscht ein nasses, kaltes und rauhes Klima.
Wenn Sie aus beheizten Räumen nach draußen gehen, muss sich Ihre Haut in Sekundenschnelle auf diese extrem veränderten Verhältnisse umstellen. Nur leider schafft sie das nicht. Denn bei einer Temperatur ab 7° Grad Celsius stellt die Haut die Durchblutung ein und die Talgdrüsen produzieren keinen Talg mehr. Genau dieser Talg wäre als Kälteschutz so wichtig. Der Hydrolipidmantel bekommt durch die eingestellte Produktion des Talges kleine Risse. Er kann seiner Aufgabe, die Haut zu schützen, nicht mehr nachkommen.
Die Haut reagiert mit Spannungsgefühlen, Trockenheitsfältchen, Juckreiz oder auch mit Pusteln. Die Haare werden trocken und splissig. Die Kopfhaut kann mit Schuppen reagieren.
Die Pflege von Innen
Nur wenn der Körper richtig versorgt ist, fühlt sich auch unsere Haut wohl. Leider vergessen viele Menschen, dass gerade in dieser Jahreszeit der Körper und die Haut viel Flüssigkeit brauchen. Bei den von außen bedingten "Feuchtigkeits Räubern", braucht die Haut die Feuchtigkeit von innen umso dringender. Die empfohlene Flüssigkeitsmenge, für einen Erwachsenen, liegt pro Tag bei 2-3 Litern Flüssigkeit. Diese Menge an Flüssigkeit sollten Sie in Form von Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees zu sich nehmen.
Neben ausreichend Flüssigkeit ist auch die Ernährung wichtig für Ihre Haut. Achten Sie bei Ihrer Ernährung darauf, dass Sie vermehrt zu ungesättigten Fettsäuren greifen. Sie unterstützen die körpereigenen Lipide (Fette) Ihrer Haut. Dadurch wird Ihre Haut widerstandsfähiger.
Ungesättigte Fettsäuren finden Sie in großen Mengen im Fisch. Gute Speiseöle enthalten kleinere Mengen an ungesättigten Fettsäuren. Wenn Sie keinen Fisch mögen, ist das eine Alternative. Die Kombination von Fisch, einem guten Speiseöl und Gemüse ist eine perfekte Ergänzung zu Ihrer Hautpflege.
Weiterhin ist es wichtig, dass Sie darauf achten, dass der Darm keine Schadstoffe sammelt und in das Blut abgeben kann. Hier empfiehlt es sich, dass Sie Lebensmittel zu sich nehmen, die eine reinigende Wirkung auf den Darm haben. Das könnten zum Beispiel jede Art von Kohl, Zwiebeln und Knoblauch sein. Besonders gut für die Haut im Winter ist vitaminreiches Gemüse. Weiterhin können Sie mit Karotten den Hautzellen helfen. In der Karotte ist sehr viel Vitamin A.
Wie Sie den "Feuchtigkeits Räubern" Einhalt gebieten können.
Wählen Sie immer eine niedrige Raumtemperatur. 20° bis 21° Grad Celsius sollten in der Regel reichen. Je höher die Raumtemperatur umso trockener ist die Luft.
Für eine höhere Luftfeuchtigkeit können Sie kleine Wasserschalen auf die Heizung stellen oder hübsche Luftbefeuchter aufstellen. So sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima. Weiterhin helfen Ihnen Zimmerpflanzen die Luft in den Räumen feucht zu halten. Pflanzen tragen nicht nur zur optischen Wohnlichkeit bei, sondern filtern auch die Luft und geben Feuchtigkeit ab.
Wie Sie Ihrer Haut von außen helfen können.
Stellen Sie bitte im Winter Ihre Tagespflege um. Die Tagespflegen für den Sommer enthalten sehr viel Feuchtigkeit. Allerdings ist die Temperatur im Winter für die gewohnte Tagespflege zu kalt. Die Feuchtigkeit aus dem Tagescreme kann auf Ihrer Haut Mikroerfrierungen hervorrufen. Das führt zu Trockenheitsfältchen und zu Couperose. Um dem vorzubeugen, nehmen Sie im Winter einen Tagescreme, der einen höheren Fettanteil enthält. Auf keinen Fall einen Nachtcreme. Ein Nachtcreme enthält zwar mehr Fett, hat aber keinen Lichtschutz. Damit würden Sie die lichtbedingte Hautalterung vorantreiben. Das will niemand.
Um die Haut zu stärken, gönnen Sie Ihrer Haut 3- 4 mal in der Woche eine Regenerationsmaske, um den Fett- und Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Ihre Haut wird dadurch widerstandsfähiger.
Denken Sie auch an Ihre Lippen
Die Lippen brauchen im Winter eine besondere Pflege. Da sie keine Talgdrüsen besitzen, sind sie den Witterungseinflüssen schutzlos ausgesetzt. Hinzu kommt, dass wir bei einem trockenen Gefühl auf den Lippen, diese gerne mit der Zunge befeuchten. Der Speichel enthält aber leider auch kein Talg und so kommt es wieder zu den Mikroerfrierungen. Schützen Sie Ihre Lippen deshalb mit einem guten Lippenpflegestift. Er sollte reich an Fetten sein und eventuell Bienenwachs enthalten. Eine günstigere und schmackhaftere Alternative ist Honig. Die genaue Anwendung können Sie in unseren Tipps nachlesen.
Auch die Augenpartie braucht besondere Aufmerksamkeit
Die Augenpartie ist dünner als die restliche Haut des Gesichtes. Gerade im Winter bedarf es hier einer extra Pflege. Stellen Sie auch Ihren Augencreme auf die veränderten Temperaturen um. Genauso wie bei der Tagespflege, benötigen Sie für die Pflege Ihrer Augen, etwas mehr Fett.
Wie auf dem Bild zu sehen ist, können Sie Ihrer Haut zusätzlich noch mit einer Maske helfen. Gurkenscheiben in der Dicke von einem halben Zentimeter eignen sich prima als Feuchtigkeitsspender. Darunter tragen Sie eine Augenmaske auf und genießen die Maske 15-20 Minuten. Denken Sie bitte daran, dass Sie die Gurke vorher schälen oder nehmen Sie eine Bio- Gurke. Somit können Sie sicher sein, dass keine Schadstoffe von der Gurke ihre empfindliche Augenpartie reizt.
Der Hals, ein immer währendes "Sorgenkind"
Der Hals hat zwar eine dickere Epidermis als das Gesicht, aber die Talgdrüsendichte ist wesentlich geringer. Hinzu kommt noch, dass der Hals ständigen Bewegungen ausgesetzt ist. Im Winter halten wir ihn, in der Regel, mit einem schönen Schal oder Rollkragen warm. So ist der Hals zwar nicht den kalten Temperaturen ausgesetzt, aber der Stoff oder die Wolle entziehen ihm Fett und Feuchtigkeit, was zu seiner vorzeitigen Hautalterung beiträgt.
In guten Fachgeschäften (Parfümerien, Apotheken...) bekommen Sie spezielle Halscremes. Zusätzlich können Sie ihm mit einer Naturpackung helfen. Sie brauchen dafür 3 Kosmetiktücher, eine Schale, Olivenöl, Frischhaltefolie und einen warmen Schal. Legen Sie die gefalteten Kosmetiktücher einzeln in die Schale und beträufeln Sie diese mit Olivenöl, bis sie komplett durchgeweicht sind. Falten Sie jetzt die einzelnen Tücher vorsichtig auseinander und legen Sie diese um den Hals. Hinweis bei Kurzhaarschnitten: Vergessen Sie nicht Ihren Nacken. Darüber wickeln Sie locker die Frischhaltefolie und darüber dann den Schal. Die Packung können Sie bis zu einer halben Stunde einwirken lassen. Danach einfach alles abnehmen und die Reste einmassieren oder mit einem trockenen Kosmetiktuch in Richtung Kinn abwischen.
Tipps, damit Ihre Haare nicht wie ein "Explodierter Wischmop" aussehen
Auch die Haare leiden bei dem kalten Klima und der Heizungsluft. Hinzu kommt, dass wir im Winter meist eine Kopfbedeckung tragen. Diese sind zwar schön warm und sehen hübsch aus, aber leider entziehen Wolle, Filz, und andere Materialien unseren Haaren Fett und Feuchtigkeit.
Damit Ihre Haare die Strapazen des Winters gut überstehen, sollten Sie ein paar einfachen Regel beherzigen:
1. Waschen Sie Ihre Haare nur so oft wie nötig
2. Drücken Sie Ihre Haare nach der Wäsche nur aus oder benutzen Sie ein Turban. Niemals trocken rubbeln!
3. Wenn Sie Ihre Haare föhnen, dann nur auf kleiner Stufe
Falls Ihre Haare schon trocken sein sollten, hilft Ihnen eine Haarpackung für trocknes und sprödes Haar. Diese bekommen Sie im Fachhandel ( Friseur, Drogerie...) oder Sie greifen auf ein altes Hausrezept gegen trockene Haare zurück:
Rezept gegen trockene und spröde Haare:
Anwendung:
Bei kurzen Haaren reicht ein Eigelb und ein Esslöffel Olivenöl. Bei langem Haar, nehmen Sie bitte eine ganze Avocado. Schälen Sie die Avocado und pürieren das Fruchtfleisch. Danach verrühren Sie das Eigelb mit dem Olivenöl. Möchten Sie auch noch mehr Glanz in Ihre Haare zaubern, dann mischen Sie unter die Masse noch einen Teelöffel Jojobaöl und geben dazu die pürierte Avocado. Nun tragen Sie die Masse auf ihre Haare bis in die Spitzen auf. Nach einer halben Stunde spülen Sie Ihre Haare mit lauwarmen Wasser aus.
Gerade im Winter brauchen Hände und Fingernägel eine besondere Pflege
Damit Ihre Hände im Winter so streichelzart wie die Blume auf dem Bild bleiben, brauchen Ihre Hände nur ein wenig Aufmerksamkeit. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Hände, wenn möglich, nicht zu oft waschen. Bei normalen Verschmutzungen reicht es aus, die Hände mit kaltem bis lauwarmen Wasser zu waschen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Hände und die Fingernägel. Denn je wärmer das Wasser ist, umso schneller weicht die Haut auf und ist durchlässig für alle Schadstoffe. Leider ist sie dann aber auch so durchlässig, dass sie die körpereigenen Fette und die Feuchtigkeit nicht mehr halten kann. Die Folge daraus ist, das die Hände trocken und rauh werden. Die Fingernägel werden weich und brechen sehr schnell oder spalten sich.
Ein Handbad ein bis zweimal in der Woche hilft Ihrer Haut und Ihren Fingernägeln. Das Rezept dazu lesen Sie bitte in unser Kategorie Tipps nach.
Weiterhin können Sie Ihren Händen und Fingernägeln mit einer Handmaske helfen. Benutzen Sie dafür eine gute und fetthaltige Handcreme. Massieren Sie diese großzügig auf Hände und Fingernägel. Danach ziehen Sie Einmalhandschuhe über die dick eingecremten Hände. Wenn Sie die Wirkung noch verstärken möchten, ziehen Sie über die Einmalhandschuhe zusätzlich noch einen Wollhandschuh. Die Wärme öffnet die Haut und Fett und Feuchtigkeit können besser und tiefer in die Hautschichten einziehen. Nach 15 bis 20 Minuten ziehen Sie die Handschuhe aus und massieren den Rest der Creme ein.
Tipp: Tragen Sie im Winter draußen immer Handschuhe und cremen Ihre Hände regelmäßig ein.
Abschließendes zur Winterpflege
Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte und die Ihrer Haut mit einem wöchentlichen Besuch einer Sauna. Das entspannt und Ihre Haut wird es Ihnen danken. Schon nach dem ersten Saunabesuch werden Sie feststellen, dass Sie ein sehr gutes Hautgefühl bekommen haben.
Denken Sie bei Ihrem Saunabesuch auch an die Hygiene. Badeschuhe und ausreichend Saunatücher sollten Inhalt jeder Saunatasche sein. Vergessen Sie auch nicht ein antimykotisches Fußspray. Denn ungebetene Gäste in Form von Pilzen, möchte niemand mit nach Hause nehmen.
Tipp: Reiben Sie Ihren Körper während des saunierens mit einem Luffaschwamm ab. Damit entfernen Sie die überflüssigen Hautschuppen und Ihre Haut nimmt den Pflegecreme nach der Sauna besser auf.
Foto/s: pixelio.de, Dr.Grandel